Freshworks startet bei 17 € pro Agent. Für deinen Shopify-Shop ist die spannendere Frage aber nicht der Einstiegspreis, sondern was am Monatsende tatsächlich auf der Rechnung steht. KI-Funktionen laufen als separate Add-ons. Bot-Sessions sind nach dem Test-Kontingent kostenpflichtig. Und Omnichannel über Chat, Telefon und E-Mail in einer Oberfläche gibt es erst ab 29 €. Wir schauen uns die Freshworks Preise durch die Brille eines E-Commerce-Betreibers an: Was bekommst du, was kostet es realistisch, und wo passt es für einen Online-Shop und wo nicht.
Was kostet Freshworks pro Monat?
Freshdesk (reines Ticketing) hat einen Gratis-Plan für bis zu 2 Agenten, befristet auf 6 Monate. Die bezahlten Pläne starten bei 17 € pro Agent/Monat (Growth) und reichen bis 84 € pro Agent/Monat (Enterprise), jeweils bei jährlicher Zahlung. Wer Omnichannel will, also Chat, Telefon und E-Mail in einer Oberfläche, bucht Freshdesk Omni ab 29 € pro Agent/Monat. KI-Bot-Sessions, der Freddy AI Copilot und Telefonie-Minuten sind in diesen Listenpreisen nicht enthalten.
Freshworks ist nicht gleich Freshworks
Bevor du dich für einen Plan entscheidest, ein Hinweis, der dir später Zeit spart: Freshworks ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Produkt-Familie mit drei Hauptkategorien und über zehn eigenen Pricing-Seiten. Wer „Freshworks Preise" googelt, landet zuerst auf einer Übersichtsseite und muss erst entscheiden, welches Produkt überhaupt gemeint ist.
Die drei Welten kurz erklärt:
Kundenservice (Customer Service) für Teams, die externe Kunden betreuen: Helpdesk-Tickets, Live-Chat, Telefon-Support. Hier liegen Freshdesk und Freshdesk Omni, die für E-Commerce relevanten Produkte.
IT- und Mitarbeiterservice für interne IT-Teams: Mitarbeiter-Tickets, Asset-Management, IT-Workflows. Das ist Freshservice, ein Konkurrent zu ServiceNow oder Jira Service Management.
CRM (Vertrieb und Marketing) für Sales-Teams: Leads, Deals, Pipelines. Das ist Freshsales, ein Konkurrent zu HubSpot oder Pipedrive.
| Produkt | Was es ist | Einstieg (jährlich) |
|---|---|---|
| Freshdesk | Helpdesk-Ticketing (E-Mail) | 17 €/Agent |
| Freshdesk Omni (früher „Customer Service Suite") | Omnichannel: E-Mail, Chat, Telefon, KI | 29 €/Agent |
| Freshservice | IT-Service-Management (intern) | ab ca. 15 €/Agent |
| Freshsales | CRM für Vertrieb | ab ca. 9 €/Benutzer |
Für E-Commerce ist die Customer-Service-Welt relevant, also Freshdesk und Freshdesk Omni. Suchst du ein IT-Tool oder ein CRM, sind die offiziellen Preise auf den jeweils eigenen Pricing-Seiten von Freshservice und Freshsales zu finden. Der Rest dieses Beitrags bleibt bei den beiden Customer-Service-Produkten.
Die Verwechslung ist häufig: Im Sales-Gespräch wird gern mit dem niedrigsten Einstiegspreis aus der gesamten Familie geworben, etwa „ab 9 €" für Freshsales. Das ist dann aber gar nicht das Produkt, das du für deinen Kundenservice brauchst.
Freshdesk vs. Freshdesk Omni: der Unterschied, der den Preis macht
Innerhalb der Customer-Service-Welt gibt es zwei Produktlinien mit unterschiedlichem Funktionsumfang und Preis.
Freshdesk ist das reine Ticketing-System. E-Mail-Anfragen rein, Tickets raus. Das ist die Linie, die bei 17 € startet.
Freshdesk Omni (früher „Customer Service Suite") ist das Omnichannel-Produkt. Hier sind Ticketing, Chat und Telefonie in einer Oberfläche gebündelt. Einstieg: 29 € pro Agent/Monat. Wer Chat und Telefon in einer Inbox braucht, kommt um Omni nicht herum.
Die Preisseite zeigt beides nebeneinander, und genau hier entsteht das Missverständnis: Viele lesen die 17 € und gehen davon aus, damit auch Chat-Support machen zu können. Das stimmt nicht. Die 17 € decken E-Mail-Tickets ab, mehr nicht.
Faustregel: Nur E-Mail-Support? Freshdesk reicht. Chat, WhatsApp oder Telefon dazu? Dann Freshdesk Omni ab 29 €. Wer Freshdesk für 17 € bucht und nach zwei Monaten merkt, dass Chat doch wichtig ist, zahlt entweder fürs Upgrade oder für ein separates Chat-Abo. Beides liegt am Ende meist über dem direkten Einstieg in Omni.
Freshworks Preise im Detail: Growth, Pro und Enterprise
Hier die Kernprodukte, sauber getrennt nach Produktlinie.
Freshdesk (reines Ticketing):
| Plan | Preis (jährliche Zahlung) | Zielgruppe | Was fehlt |
|---|---|---|---|
| Free | 0 € (1–2 Agenten, 6 Monate) | Solo-Setup zum Testen | Automatisierungen, SLA-Management, Reports |
| Growth | 17 €/Agent/Monat | Kleine Teams, einfacher E-Mail-Support | Freddy AI Copilot, anpassbare Berichte, kompetenzbasierte Zuweisung |
| Pro | 52 €/Agent/Monat | Mittelgroße Teams | Audit-Logs, Sandbox |
| Enterprise | 84 €/Agent/Monat | Große Organisationen | wenig, aber der Preis sitzt |
Freshdesk Omni (E-Mail, Chat, Telefon, KI):
| Plan | Preis (jährliche Zahlung) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Growth | 29 €/Agent/Monat | Ticketing, Chat, Telefon und KI-Bot in einer Oberfläche, eingeschränkte Automatisierungen |
| Pro | 75 €/Agent/Monat | anpassbare Support-Portale, erweitertes Ticketing, anpassbare Berichte |
| Enterprise | 115 €/Agent/Monat | alles aus Pro plus Audit-Logs, Genehmigungsprozesse, kompetenzbasierte Zuweisung |
Alle Preise gelten bei jährlicher Zahlung. Monatliche Abrechnung ist rund 20 % teurer. Add-on-Preise wie der Freddy AI Copilot werden von Freshworks in US-Dollar kommuniziert, die Euro-Beträge sind also wechselkursabhängig. *Stand: Juni 2026.* Quelle: offizielle Pricing-Seiten von Freshdesk und Freshdesk Omni.
Mein Take: Der Growth-Plan klingt mit 17 € verlockend. In der Praxis upgradest du oft nach wenigen Monaten, spätestens wenn du Round-Robin-Routing oder anpassbare Reports brauchst. Wer ehrlich kalkuliert, plant gleich Pro ein. Das ist auch der Tarif, in dem Freshdesk gegen Zendesk wirklich besteht. Darunter fehlen einige Basics, darüber zahlst du Enterprise-Preise ohne klaren Mehrwert für einen normalen Shop.
Der Enterprise-Plan rechnet sich erfahrungsgemäß erst ab Teams mit 20 oder mehr Agenten, die Audit-Logs, Sandbox-Umgebungen oder kompetenzbasierte Zuweisung tatsächlich nutzen. Für die meisten E-Commerce-Teams ist er überdimensioniert, egal ob Freshdesk oder Omni.
Diese Kosten kommen on top: Add-ons und nutzungsbasierte Posten
Die Listenpreise oben sind nur die Basis. Für einen aktiven Online-Shop entscheiden vier weitere Posten darüber, ob die Rechnung bei „bezahlbar" oder beim Budgetgespräch mit der Geschäftsführung landet.
Freddy AI Copilot: die KI-Assistenz kostet extra
Freshworks bewirbt seine KI-Funktionen prominent. Der „Freddy AI Copilot", der deine Agenten beim Antworten unterstützt, ist ein separat buchbares Add-on.
Preis: 29 $ pro Agent und Monat bei jährlicher Zahlung, 35 $ bei monatlicher Zahlung. Laut Freshworks-Doku gilt das produktübergreifend für Freshdesk, Freshdesk Omni und Freshchat. Du kannst den Copilot für eine Teilmenge deiner Agenten buchen, musst ihn also nicht für alle lizenzieren.
Bei einem 10-Personen-Team sind das rund 290 $ pro Monat, nur für die KI-Assistenz. Über ein Jahr knapp 3.500 $, bevor ein einziges Ticket bearbeitet wurde.
Ist KI ein Kernthema für dich? Dann lohnt der Blick auf Tools, bei denen die KI Teil des Produkts ist und kein Aufpreis. Bei armincx etwa gehört die KI-Ticketlösung zum Funktionsumfang statt als gesondertes Add-on obendrauf.
Freddy AI Agent: das Session-Modell hinter dem KI-Bot
Der zweite KI-Posten ist der „Freddy AI Agent", also der Bot, der Anfragen eigenständig beantwortet. Der wird nicht pro Agent, sondern pro Session abgerechnet. Und hier wird es für E-Commerce wichtig.
Freshworks bietet 500 Sessions zum Ausprobieren. Wichtig: Das ist ein einmaliges Test-Kontingent pro Konto, kein monatlich neues Guthaben. Sobald die 500 aufgebraucht sind, kaufst du Sessions nach.
Nachkauf: 45 € pro 100 zusätzliche Sessions laut offizieller deutscher Freshdesk-Preisseite. Das sind 0,45 € pro Session. Eine Session ist im Chat jede Bot-Interaktion innerhalb von 24 Stunden, bei E-Mail zählt jede einzelne Bot-Antwort als Session. Schreibt ein Kunde nach 25 Stunden erneut, beginnt eine neue Session.
Für einen Shop mit aktivem Chat-Widget summiert sich das schnell. Wer rund 3.000 Bot-Sessions im Monat braucht, zahlt nach dem Test-Kontingent etwa 3.000 × 0,45 € = 1.350 € im Monat, nur für KI-Bot-Antworten. Die gekauften Sessions laufen außerdem mit deinem Zahlungszyklus ab: Bei vierteljährlicher Zahlung gelten sie ein Quartal, bei monatlicher entsprechend monatlich.
Besonders relevant bei saisonalen Peaks. Ein Black-Friday-Sale oder ein Produkt-Launch kann die Session-Zahlen vervielfachen, und die Zusatzkosten landen auf der nächsten Rechnung. Dieses Muster nutzungsbasierter KI-Abrechnung kennst du, falls du dich schon mit Tidios Preisstruktur beschäftigt hast: Auch dort wächst die Rechnung mit dem eigenen Erfolg. Auf Capterra und G2 berichten Reviewer regelmäßig von unerwarteten Zusatzkosten, wenn eine Kampagne den Bot-Traffic in die Höhe treibt.
Day Passes: sinnvoll für echte Gelegenheitsnutzer
Freshworks bietet „Day Passes" für Gelegenheitsnutzer an. Die Idee: Wer nur ab und zu ins System schaut, braucht keine volle Monatslizenz. Der Geschäftsführer, der einmal pro Woche ein Ticket liest. Die Aushilfe, die nur freitags arbeitet.
So funktioniert es: Ein Day Pass gibt einem Nutzer für einen Werktag vollen Zugriff, ohne eine permanente Lizenz zu belegen. Laut Freshworks-Doku sind pro Konto 3 Day Passes inklusive, weitere kosten je nach Plan gestaffelt ab etwa 3 $ pro Tag.
Ein wichtiges Detail aus der Freshdesk-Doku: Ein Day Pass wird nur verbraucht, wenn der Gelegenheitsnutzer sich ins Portal einloggt. Wer nur per E-Mail auf Benachrichtigungen antwortet, verbraucht keinen Pass. Das macht das Modell für reine E-Mail-Aushilfen entspannter als oft dargestellt.
Teuer wird es, wenn du Day Passes als Sparmodell für regelmäßig arbeitende Teilzeitkräfte zweckentfremdest. Beispiel: 5 Teilzeitkräfte, je 3 Tage pro Woche im Portal, kommen auf rund 60 Portal-Logins im Monat. Nach Abzug der inkludierten Passes zahlst du den Rest gestaffelt pro Pass, was je nach Plan schnell dreistellig wird. Eine volle Lizenz für 2 bis 3 Agenten wäre dann oft günstiger. Rechne es vorher durch.
Telefonie, WhatsApp und API: drei Posten, die in keiner Preistabelle stehen
Telefonie: Wer Freshcaller nutzt und kein eigenes SIP-Trunking mitbringt, zahlt Minutenpreise zusätzlich zur Agent-Lizenz. Die genaue Höhe hängt vom Zielland ab. Bei 200 Anrufen pro Tag summiert sich das spürbar.
WhatsApp: Freshworks bietet eine WhatsApp-Integration. Was nicht auf der Preisseite steht: Für jede WhatsApp-Konversation fallen zusätzliche Meta-Gebühren an, je nach Kategorie und Land. Die Höhe rechnest du am besten separat durch, eine vollständige Aufschlüsselung findest du in unserem Beitrag zu den WhatsApp Business Kosten. Dazu kommt: Freshworks liefert WhatsApp als zusätzlichen Support-Kanal. Newsletter-Versand, automatisierte Flows und Opt-in-Management sind eingeschränkt.
API-Limits: Laut offizieller Freshdesk-API-Doku liegt das Limit im Growth-Plan bei 100 Calls pro Minute, im Pro-Plan bei 400 und im Enterprise-Plan bei 700. Das Limit gilt kontoweit, unabhängig von der Zahl der Agenten. Für einen Shopify-Shop, der bei jeder Anfrage Bestellstatus, Tracking und Kundendaten abgleicht, ist der Growth-Wert eng: Ein typischer Vorgang braucht drei Calls, bei 100 pro Minute sind das gerade 33 vollständige Vorgänge pro Minute. Wird das Limit erreicht, antwortet die API mit einem 429-Fehler, und dein Datenabgleich pausiert. Zusätzliche Calls lassen sich kostenpflichtig dazukaufen.
Freshworks vs. Gorgias vs. Zendesk: der Preisvergleich für E-Commerce
Die drei Tools werden oft in einem Atemzug genannt, funktionieren aber nach unterschiedlichen Preismodellen. Genau das macht den Vergleich für einen Shop wichtig.
| Aspekt | Freshworks (Freshdesk) | Gorgias | Zendesk |
|---|---|---|---|
| Preismodell | pro Agent/Monat | pro Ticket-Volumen (Seats inklusive) | pro Agent/Monat |
| Einstiegspreis | 17 € (Ticketing) / 29 € (Omni) | niedrige Einstiegstarife, aber gedeckeltes Ticket-Volumen | ab ca. 55 €/Agent (Suite) |
| Wo es teuer wird | viele Agenten plus KI-Add-ons plus Bot-Sessions | hohes Ticket-Volumen, saisonale Peaks | hohes Grundpreisniveau |
| Bester Use Case | Misch-Teams (IT plus Support), moderate Anfragen | E-Commerce-Teams mit vielen Anfragen | große Organisationen mit komplexen Workflows |
| Day Passes | ja (3 gratis, dann gestaffelt) | nein | Light Agents (eingeschränkt) |
| Schwäche | unübersichtliche Add-on-Struktur, zwei Produktlinien | Kosten steigen mit Traffic-Peaks | komplexes Setup, oft Beratung nötig |
Kurze Einordnung:
Freshworks ist ein vernünftiger Mittelweg, wenn du primär E-Mail-Support machst, ein überschaubares Team hast und nicht jedes Add-on brauchst. Buchst du KI und Freshdesk Omni dazu, wandert der Preis Richtung Zendesk. Pluspunkt gegenüber Zendesk: schnellere Einrichtung und Day Passes.
Gorgias ist auf E-Commerce zugeschnitten und besonders bei Shopify beliebt, ideal für Teams mit wenigen Agenten und vielen Anfragen. Das ticketbasierte Modell wird aber teuer, wenn dein Traffic steigt. Die Details haben wir in den Gorgias Preisen aufgeschlüsselt, inklusive der AI-Resolution-Abrechnung, die viele übersehen.
Zendesk ist die teure, etablierte Option. Für Organisationen mit 50 oder mehr Agenten oft die stabilste Wahl, für budgetbewusste KMU selten die naheliegende.
Und WhatsApp? Hier stoßen alle drei an Grenzen. WhatsApp läuft bei ihnen als zusätzlicher Kanal, Newsletter, Flows und Kampagnen bleiben eingeschränkt, und die Meta-Gebühren kommen obendrauf. Wer WhatsApp als Umsatzkanal nutzt, fährt mit einem spezialisierten Tool meist besser. Der Best-of-Breed-Ansatz, also Helpdesk für Tickets und ein WhatsApp-Spezialist für Kampagnen, ist in vielen Setups die klarere Lösung als eine Suite, die alles halb abdeckt.
Für wen lohnt sich Freshworks im E-Commerce?
Freshworks passt, wenn du:
- ein Misch-Team aus IT-Support und Kundenservice hast. Die Produktfamilie deckt beides ab.
- primär E-Mail-Support machst und Chat oder Telefon nur als Ergänzung brauchst.
- ein Team von 5 bis 15 Agenten hast und beim Growth- oder Pro-Plan bleibst.
- echte Gelegenheitsnutzer hast, etwa einen Teamleiter, der zweimal pro Woche reinschaut.
- keine extremen saisonalen Schwankungen im Chat-Volumen hast. E-Mail-Tickets sind unkritisch, Bot-Sessions können teuer werden.
- ein Tool brauchst, das schnell eingerichtet ist, ohne externe Berater.
Freshworks passt weniger, wenn du:
- viele Bot-Sessions brauchst. Jeder Shop mit aktivem Chat-Widget verbraucht das Test-Kontingent schnell, danach zahlst du pro Session.
- WhatsApp als primären Kanal nutzen willst. Die Integration ist funktional begrenzt und die Meta-Gebühren kommen dazu.
- starke saisonale Peaks hast. Die Session-Zukäufe lassen sich schwer planen.
- auf KI angewiesen bist, aber das Budget für Copilot und Sessions nicht einplanen willst.
- bei tiefer Shopify-Integration mit Echtzeit-Abgleich an die API-Limits stößt. Der Growth-Wert von 100 Calls/Minute ist dafür eng.
- viele regelmäßig arbeitende Teilzeitkräfte hast. Day Passes sind dann teurer als Volllizenzen.
Freshworks im DACH-Markt: DSGVO, Hosting und Support
Datenschutz und Hosting
Freshworks bietet Hosting im Europäischen Wirtschaftsraum an. Laut den FAQ kannst du das Rechenzentrum bei der Einrichtung selbst wählen. Genau hier liegt der Haken: Du musst das EU-Rechenzentrum aktiv auswählen, sonst landen die Daten auf US-Servern. Und auch bei EU-Hosting können laut den Freshworks-Bedingungen bestimmte Account- und Abrechnungsdaten in den USA verarbeitet werden.
Für einen normalen Online-Shop ist das meist kein Dealbreaker. Bei strengen Compliance-Anforderungen, etwa im Finanz- oder Gesundheitssektor, lohnt der genaue Blick in die Bedingungen, am besten mit der eigenen Rechtsabteilung statt mit dem Vertrieb. Wer 100 % deutsche Datenhaltung braucht, sollte sich Helpdesks aus dem DACH-Raum ansehen, etwa ThinkOwl mit ISO-27001-Hosting in Deutschland.
Deutscher Support
Der Standard-Support läuft als 24×5-Modell von Montag bis Freitag. Am Wochenende bist du auf die Wissensdatenbank angewiesen. Deutschsprachiger Support ist verfügbar, aber nicht rund um die Uhr. Außerhalb der europäischen Kernzeiten wirst du auf Englisch betreut. Für international aufgestellte Teams ist das unkritisch. Für ein rein deutschsprachiges Team, das abends ein dringendes Problem lösen muss, ist es ein Punkt, den du vorher einplanen solltest.
Rechenbeispiel: ein realistisches DACH-Szenario
Listenpreise sind das eine. Hier ein konkretes Szenario, wie es im DACH-Mittelstand vorkommt. Die Zahlen sind ein Modell mit klar benannten Annahmen, kein Festpreis.
Szenario: E-Commerce-Unternehmen, 8 Vollzeit-Agenten, 2 Teilzeitkräfte (je 3 Tage/Woche), aktives Chat-Widget, Shopify-Shop, WhatsApp als Kanal gewünscht, KI-Unterstützung gewünscht.
| Posten | Annahme | Kosten pro Monat |
|---|---|---|
| 8 Agenten, Freshdesk Omni Pro | 8 × 75 € | 600 € |
| Freddy AI Copilot für 8 Agenten | 8 × ca. 27 € (aus 29 $ umgerechnet) | ca. 216 € |
| 2 Teilzeitkräfte via Day Passes | ca. 21 Passes nach Abzug der gratis Passes, gestaffelt | ca. 60–100 € |
| Zusätzliche Bot-Sessions | ca. 3.000/Monat × 0,45 € | ca. 1.350 € |
| WhatsApp Meta-Gebühren | ca. 500 Konversationen | ca. 50–75 € |
| Summe (Modell) | ca. 2.300 €/Monat |
In diesem Szenario landest du bei rund 2.300 € im Monat, also über 27.000 € im Jahr. Auf der Preisseite steht für Freshdesk Omni Pro: 75 €/Agent, was für 8 Agenten 600 € im Monat suggeriert. Der Unterschied steckt in den nutzungsbasierten Posten.
Der größte einzelne Treiber sind die Bot-Sessions. Eine Marketing-Kampagne, die den Chat richtig auslastet, kostet schnell mehr als alle Agenten-Lizenzen zusammen. Das ist der Posten, den du vor dem Kauf am genauesten kalkulieren solltest, nicht die Lizenzen.
Fairerweise: Was Freshworks gut macht
Nur Kritik wäre einseitig. Freshworks ist ein solides Tool, das laut G2 von mehreren Tausend Reviewern im Schnitt über 4 von 5 Sternen bekommt. Was bekommst du für dein Geld?
Schnelle Einrichtung. Anders als manche Zendesk-Setups, die Berater brauchen, ist Freshdesk in Tagen produktiv. Für Teams ohne dedizierten Admin ein echtes Argument.
Day Passes als Pluspunkt. Richtig eingesetzt, also für Personen, die wirklich nur sporadisch reinschauen, sparen Day Passes gegenüber Per-Seat-Modellen. Zendesk und Gorgias haben in dieser Form nichts Vergleichbares.
Free-Tier zum Testen. Auch wenn das Limit zuletzt auf 2 Agenten und 6 Monate geschrumpft ist, ein kostenloser Plan existiert. Für einen ersten Proof of Concept reicht das.
Aufgeräumte Oberfläche. Reviews loben die Bedienbarkeit konsistent. Wer aus einem alten Open-Source-Helpdesk oder aus Outlook kommt, findet sich schnell zurecht.
Heißt konkret: Wenn dein Setup zu Freshworks passt, also mittleres Team, primär E-Mail, keine extremen Peaks und WhatsApp nicht als Hauptkanal, ist das Tool eine vernünftige Wahl. Im DACH-E-Commerce treffen diese Bedingungen nur eben überraschend oft nicht zu.
Fazit: Freshworks Preise mit offenen Augen kalkulieren
Die Freshworks Preise sind komplexer, als die Preisseite vermuten lässt. Wer Freddy AI Copilot, Freshdesk Omni und eine hohe Bot-Nutzung kombiniert, zahlt schnell ein Mehrfaches des Listenpreises, und die nutzungsbasierten Bot-Sessions sind dabei der größte Hebel.
Meine Empfehlung: Rechne vor dem Kauf ein realistisches Szenario durch, mit echten Agentenzahlen, erwarteten Bot-Sessions, Day Passes für Teilzeitkräfte und den nötigen Integrationen. Unterscheide klar, ob du Freshdesk (ab 17 €) oder Freshdesk Omni (ab 29 €) brauchst. Der Growth-Plan klingt auf dem Papier gut. Dein realer Monatspreis sieht oft anders aus.
Wer Freshworks gegen andere Helpdesk-Optionen abwägen will, findet im Helpdesk-Software-Vergleich eine Übersicht über 11 Tools, inklusive armincx, Zendesk, Gorgias und Intercom. Speziell für DACH-Brands lohnt der Blick auf die Freshdesk-Alternativen mit EU-Hosting.
Und wenn WhatsApp ein relevanter Kanal für dich ist: Versuche nicht, das über Freshworks abzubilden. Brands wie Smilodox haben mit einem spezialisierten Tool an einem einzigen Black Friday rund 481.000 € über WhatsApp gemacht. Das passiert nicht in einem Helpdesk, der WhatsApp als Nebenkanal mitliefert, sondern in einem Tool, das für genau diesen Kanal gebaut ist.
Mein Vorschlag: Lass uns 15 Minuten sprechen. Du sagst mir, was du brauchst, ich sage dir ehrlich, ob Chatarmin passt und wenn nicht, welches Tool besser zu deinem Setup passt.
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FAQ: Häufige Fragen zu Freshworks Preisen
Was bietet Freshworks an und welches Produkt brauche ich?
Freshworks vertreibt drei Produktfamilien: Kundenservice (Freshdesk ab 17 €/Agent, Freshdesk Omni ab 29 €/Agent für Omnichannel), IT-Service-Management (Freshservice ab ca. 15 €/Agent) und CRM (Freshsales ab ca. 9 €/Benutzer). Wer Kunden betreut, braucht Freshdesk oder Omni. Wer interne IT-Tickets verwaltet, braucht Freshservice. Wer Verkaufschancen managt, braucht Freshsales.
Gibt es Freshworks kostenlos?
Ja. Freshdesk bietet einen kostenlosen Plan, aktuell für bis zu 2 Agenten und auf 6 Monate begrenzt. Früher war er großzügiger. Er ist stark limitiert, ohne Automatisierungen, SLA-Management oder brauchbare Reports. Zum Testen okay, für den Produktivbetrieb nicht.
Wie viel kostet Freshworks pro Monat für ein kleines Team?
Ein 5-Personen-Team im Freshdesk Pro-Plan zahlt 260 €/Monat (5 × 52 €). Mit dem Freddy AI Copilot kommen rund 135 € dazu. Realistisch also etwa 395 €/Monat, ohne Telefonie, Bot-Sessions und Day Passes.
Was ist der Unterschied zwischen Freshdesk und Freshdesk Omni?
Freshdesk ist reines E-Mail-Ticketing (ab 17 €/Agent). Freshdesk Omni (früher „Customer Service Suite") bündelt Ticketing, Chat und Telefon in einer Oberfläche (ab 29 €/Agent). Wer Omnichannel will, braucht Omni.
Ist Freshworks günstiger als Zendesk?
Im Basisvergleich ja. Freshdesk Growth startet bei 17 €/Agent, Zendesk Suite bei rund 55 €/Agent. Sobald du KI-Add-ons und Freshdesk Omni dazubuchst, schrumpft der Unterschied deutlich.
Was kostet Freddy AI bei Freshworks?
Der Freddy AI Copilot kostet 29 $ pro Agent und Monat bei jährlicher Zahlung (35 $ monatlich) und ist in keinem Standardplan enthalten. Der Freddy AI Agent (Bot) wird separat pro Session abgerechnet: 500 Sessions sind einmalig zum Testen enthalten, danach 45 € pro 100 Sessions laut deutscher Preisseite.
Was sind Bot-Sessions bei Freshworks?
Eine Session ist im Chat jede Bot-Interaktion innerhalb von 24 Stunden, bei E-Mail zählt jede Bot-Antwort als Session. Freshworks stellt 500 Sessions einmalig pro Konto zum Testen bereit. Das ist kein monatlich neues Guthaben.
Wie hoch sind die Kosten für zusätzliche Bot-Sessions?
45 € pro 100 zusätzliche Sessions laut offizieller deutscher Freshdesk-Preisseite, also 0,45 € pro Session. Bei Traffic-Peaks können daraus schnell vierstellige Zusatzkosten pro Monat werden. Gekaufte Sessions laufen mit deinem Zahlungszyklus ab.
Was sind Day Passes bei Freshworks?
Tagespässe für Gelegenheitsnutzer: ein Werktag voller Zugriff ohne Monatslizenz. Pro Konto sind 3 Day Passes inklusive, weitere kosten je nach Plan gestaffelt ab etwa 3 $ pro Tag. Ein Pass wird nur beim Login ins Portal verbraucht, nicht beim Antworten per E-Mail. Sinnvoll für seltene Nutzer, nicht für Teilzeitkräfte mit regelmäßigen Schichten.
Wie hoch sind die API-Limits bei Freshdesk?
Laut offizieller API-Doku gelten kontoweit 100 Calls pro Minute im Growth-Plan, 400 im Pro-Plan und 700 im Enterprise-Plan (Trial: 50). Bei tiefer Shopify-Integration mit Echtzeit-Abgleich kann der Growth-Wert eng werden. Zusätzliche Calls lassen sich kostenpflichtig dazukaufen.
Werden Freshworks-Daten in der EU gespeichert?
Bedingt. Freshworks bietet EWR-Hosting an, aber du musst das EU-Rechenzentrum bei der Einrichtung aktiv auswählen. Bestimmte Account- und Abrechnungsdaten können laut den Bedingungen trotzdem in den USA verarbeitet werden.
Hat Freshworks deutschen Support?
Ja, deutschsprachiger Support ist verfügbar, aber nicht rund um die Uhr. Standard ist ein 24×5-Modell (Mo–Fr). Außerhalb der europäischen Kernzeiten wirst du auf Englisch betreut, am Wochenende auf die Wissensdatenbank verwiesen.
Gibt es bei Freshworks eine kostenlose Testphase?
Ja. Freshworks bietet 14 Tage Trial für die bezahlten Pläne, ohne Kreditkarte. Der Free-Plan ist davon getrennt und auf 2 Agenten und 6 Monate begrenzt. Für einen ernsthaften Proof of Concept mit komplexen Integrationen reichen 14 Tage oft nicht.
Lohnt sich Freshworks für WhatsApp-Marketing?
Eher nicht. Freshworks bietet WhatsApp als Support-Kanal, Newsletter-Versand, automatisierte Flows und Opt-in-Management sind eingeschränkt, und die Meta-Gebühren kommen obendrauf. Wer WhatsApp als Umsatzkanal nutzt, also Kampagnen, Warenkorbabbrecher und Post-Purchase-Flows, fährt mit einem spezialisierten Tool wie Chatarmin besser.








